Q2 · 2026Das Streben nach dem Aussergewöhnlichen

Es kursiert ein Mythos – selbst auf den höchsten Ebenen in Business-Kreisen – und er kostet Organisationen enorm viel: dass wirklich aussergewöhnliche Individuen ihren Weg finden werden, egal wie sie geführt werden. «Es ist ein Irrglaube zu sagen: ‹Grosse Talente setzen sich ohnehin durch.›»

Sehr oft tun sie das nicht. Was sie brauchen, ist die richtige Art von Führung, die ihrem grossen Potenzial gerecht wird – das Streben nach dem Aussergewöhnlichen basiert auf dem, was ich als «Winning Match» bezeichne.

In den vergangenen Monaten wurde ich eingeladen, meinen eigenen Führungsansatz aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten: in Forbes UK, Chief Executive, Entrepreneur UK, dem Thought Sparks Podcast mit Professorin Rita McGrath von der Columbia Business School, Authority Magazine, CEOWORLD Magazine, Grit Daily und Communication Intelligence. Jedes Gespräch fokussierte auf dasselbe zentrale Thema: ein «Winning Match» zwischen einer Führungspersönlichkeit und den wenigen Individuen, die echtes game-veränderndes Potenzial in sich tragen – und welche spezifische Art von Leadership es wirklich braucht, um Aussergewöhnliches zu erreichen.

Woher kommen echte Durchbrüche?

Forbes UKs Roger Trapp stellte eine entscheidende Frage in den Mittelpunkt seiner Reportage: Woher kommen echte Durchbrüche? Meist nicht aus Transformationsprogrammen oder strukturellen Umgestaltungen, sondern von einer Handvoll Game Changers innerhalb Ihrer Organisation – wenn, und nur wenn, sie wirklich dahin geführt werden. Diese Prämisse stellt die gesamte Talentdiskussion neu auf: Die Herausforderung besteht nicht nur in der Rekrutierung neuer Talente. Sie besteht auch darin, ob Führungskräfte die Kompetenz besitzen, aussergewöhnlichen Individuen, zu erkennen und zu führen.

Daraus ergibt sich die logische Folgefrage: Was braucht es, um auf diesem Niveau zu führen? Für Chief Executive schrieb ich über das Prinzip, das ich bei Leadership Champions beobachte: bedingungslose Grosszügigkeit. Nicht die bedingte Grosszügigkeit, die die meisten Führungskräfte praktizieren – nämlich in ihre Mitarbeitenden zu investieren mit der impliziten Erwartung einer Gegenleistung -, sondern ein aufrichtiger, vorbehaltloser Transfer von Wissen, Netzwerken und Erfahrung ohne jede Bedingung. Das erfordert etwas, das die meisten Führungsmodelle übersehen: den inneren Frieden zu schaffen, dass ihre Game Changers sie eines Tages überflügeln werden – und darin tiefe Befriedigung zu finden. Das ist keine Schwäche. Es ist das strategisch Wirkungsvollste, was eine Führungspersönlichkeit weitergeben kann.

Entrepreneur UKs Patricia Cullen verortete den Preis des Scheiterns einer menschliche Dimension. Ausgehend von meiner eigenen Karriere – vom Profifussballer zum Performancepsychologen, mit Verletzungen, toxischer Teamkultur und einem brutalen Ende – benannte der Artikel die zwei grössten Fehler, die die meisten Führungskräfte beim Leadership ihrer besten Individuen machen: sie unter dem «Deckmantel» der Eigenverantwortung sich komplett selbst zu überlassen, oder sie mit Arbeit zu überhäufen, die keinen wirklichen Unterschied macht. Beides entspringt meist guten Absichten. Beides aber ist ausserordentlich kostspielig. Denn das Aussergewöhnliche entsteht aus keinem von beidem. Entrepreneur UK schloss, dass mein proprietäres Leadershipframework WINNING MATCH® das Potenzial hat, das nächste Jahrzehnt der Führung zu prägen.

Wie sieht es aus, wenn Führungskräfte es richtig machen?

Der Thought Sparks Podcast von Columbia-Business-School-Professorin Rita McGrath brachte dies am eindrucksvollsten auf den Punkt. In einem weitreichenden Gespräch arbeiteten wir anhand konkreter Beispiele heraus, was gezielte Investitionen in game-changing Potenzial tatsächlich bewirken. Wir sprachen auch offen über etwas, das selten untersucht wird: In dem Masse, wie Organisationen flacher werden, verschwinden die traditionellen Kanäle, über die Führungskräfte gezielt mit ihren besten Leuten an den grossen Challenges arbeiteten. Strategic Leadership Sparring ist nicht nur ein Instrument zur Entwicklung von Game Changers. Es ist für Führungskräfte selbst zunehmend unentbehrlich – ein seltenes Forum, in dem strategisches Denken auf Belastbarkeit geprüft, blinde Flecken sichtbar gemacht und Urteilsvermögen unter Druck über die Zeit geschärft wird.

Der umfassende Artikel von Authority Magazine verknüpfte diese Fäden. Ich wurde gefragt, wie ich einen «Master Day» definiere. Meine Antwort: Ein Tag wird für mich zum Meisterwerk, wenn ich jemand anderem helfe, dem Aussergewöhnlichen näherzukommen. Der Artikel beleuchtete die fünf Prinzipien meiner Strategic-Leadership-Sparring-Methodik, die bestimmen, wie Leadership Champions ihre Game Changers führen: Respektvoll (Optionen anbieten, nicht Anweisungen geben), Flexibel (Raum schaffen für den einzigartigen Weg jedes Einzelnen), Fordernd (produktives Unbehagen erzeugen), Maximal Unterstützend (den Weg freiräumen, anstatt Lösungen zu liefern) und Playful (Gelassenheit und Leichtigkeit einbringen). Das Interview präsentiert auch meine Arbeit bei den Olympischen Spielen, wo ich parallel zur Arbeit mit einem Weltklasse-Athleten die beeindruckende Geschichte von Dominique Gisin «Making It Happen» im Olympic Club mitpräsentierte.

CEOWORLD Magazine untersuchte die Kompetenz, die bedingungslose Grosszügigkeit überhaupt erst möglich macht: Shared Ambition – geteilter Ehrgeiz für den Gesamterfolg. Die Fähigkeit, den Erfolg der eigenen Game Changers aufrichtig über die persönliche Anerkennung zu stellen, ist seltener, als es klingt. Ego ist ein mächtiges Hindernis, und die Führungskräfte, die es überwinden – die ihre tiefste berufliche Befriedigung in der Weiterentwicklung einer anderen Person finden können -, sind diejenigen, die in der Lage sind, die Art von Führung aufrechtzuerhalten, die aussergewöhnliche Ergebnisse hervorbringt.

Ein zweiter CEOWORLD-Beitrag wandte sich der Praxis zu, die all das konkret macht: Strategic Leadership Sparring. Im Tennis versucht ein Sparringspartner nicht zu gewinnen – er schafft Bedingungen, unter denen der Spieler wächst. Ich wende dasselbe Prinzip seit mehr als zwei Jahrzehnten auf die Führung von Executives an. Das Ergebnis ist das, was ich ein hochrangiges Entscheidungslabor nenne: strukturiert, rigoros, konstruktiv konfrontativ, immer getragen von tiefem Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Es baut die strategische Klarheit und emotionale Resilienz auf, die Game Changers brauchen, um Niveaus zu erreichen, die sie allein nicht erreichen können.

Grit Daily rückte die Marktrealität in den Fokus: Wir konkurrieren intensiv um Spitzentalente – und sie gehen meist nicht im Recruiting verloren. Sie gehen verloren in dem, was passiert, nachdem aussergewöhnliche Individuen angekommen sind. Organisationen investieren viel in die Suche nach den Besten, ziehen dann aber die intentionale Führung zurück, die ihnen das echte Aufblühen ermöglichen würde.

Communication Intelligence lenkte den Blick auf das zugrundeliegende Medium: die Qualität der Kommunikation selbst. Wie eine Führungspersönlichkeit spricht und zuhört – die Präzision, die Intentionalität, basierend auf der Bereitschaft, schwierige Dialoge wirklich anzugehen – ist keine periphere Fähigkeit. Sie ist entscheidend. Ein «Winning Match» ist in seinem Fundament eine Kommunikationsbeziehung. Ohne die richtige Qualität und Art der Interaktion erzeugen selbst die richtigen Absichten die falschen Ergebnisse. Deshalb habe ich die regelmässigen Strategic-Leadership-Sparring-Sessions entwickelt.

Leadership in der Zukunft

Von der Forbes-Reportage über den Columbia-Business-School-Podcast bis zum Authority-Magazine-Profil und all den anderen Beiträgen – ich möchte Sie inspirieren, grosse Ziele anzustreben und durch andere aussergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen. Die Ära, in der Durchbrüche und das Aussergewöhnliche dem Zufall überlassen wurden, ist vorbei. Die Führungspersönlichkeiten, die das nächste Jahrzehnt prägen werden, sind jene, die die bewusste Entscheidung getroffen haben, Leadership Champions zu werden: die Individuen mit game-changing Potenzial gezielt zu identifizieren, sie mit geteiltem Ehrgeiz für den Gesamterfolg zu führen, bedingungslose Grosszügigkeit zu praktizieren und sich der nachhaltigen, anspruchsvollen, vertrauensbasierten Arbeit des Strategic Leadership Sparring zu verpflichten.

Seien Sie der Leader, der die Besten noch besser macht. Together toward the extraordinary – gemeinsam zum Aussergewöhnlichen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!